03.08.2004

Biografie: Best Of Vasco Rossi

VASCO ROSSI

In Italien ist Vasco Rossi ähnlich populär wie hierzulande Herbert Grönemeyer. Jedes seiner Alben belegt monatelang die Spitzenplätze der Hitparaden. Seine Konzerte sind lange im Voraus ausverkauft, und wenn der Sänger mit der rauen Stimme auf der Bühne steht, feiern die Fans ihren Helden mit gleichem Enthusiasmus wie den Gewinn einer Fußballweltmeisterschaft. Vasco Rossi, das Idol der Massen, wird auch von der Kritik gelobt und in schöner Regelmäßigkeit mit Preisen wie dem "Premio Italiano della Musica", dem rot-weiß-grünen Echo, geehrt.

Seit Blasco, wie ihn seine Anhänger nennen, 1982 auf dem San-Remo-Festival mit "Vado Al Massimo" der Durchbruch gelang und er ein Jahr später in dem Song "Vita Spericolata" die Befindlichkeiten einer ganzen Teenager-Generation mit den Sätzen "Voglio una vita che non è mai tardi, di quelle che non dormi mai / Voglio una vita, la voglio piena di guai" ("Ich will ein Leben haben, in dem es nie zu spät ist, wo man niemals schläft / Ich will ein Leben haben voller Ärger") zusammenfasste, gilt Vasco Rossi als Inbegriff des Italo-Rockers und italienische Antwort auf Bruce Springsteen. Doch wie der "Boss" hat auch der heute 50jährige im Verlauf seiner langen Karriere nicht nur aggressive Töne angeschlagen und mit unbequemen Botschaften provoziert, sondern ebenso viele introspektive Balladen und feinste Popsongs geschrieben.

Die auf dem neuen Doppelalbum "Best Of Vasco Rossi" versammelten 24 Titel bieten einen überaus gelungenen Anschauungsunterricht für die mannigfachen Talente des charismatischen Rock-Cantautore, der bei uns trotz kontinuierlicher Albumveröffentlichungen nie so bekannt geworden ist wie Eros Ramazzotti oder Zucchero. "C'e Chi Dice No" vom gleichnamigen 1987 erschienenen Album (hier in einer Live-Version), "Mi Si Escludeva", "Se È Vero O No" und das Titelstück des 1993er Albums "Gli Spari Sopra" sind leidenschaftliche Rockdramen mit mächtig auftrumpfenden Gitarren. Etliche andere Stücke, darunter die Titelsongs der Alben "La Fine Del Millennio" (1999) und "Liberi Liberi" (1989) sowie "Una Splendida Giornata" und "Stupendo" darf man ohne wenn und aber als makellose Popperlen bezeichnen.

Ganz besondere Anerkennung verdient Vasco Rossi für seine hymnischen Gänsehautballaden "Gli Angeli" und "Benvenuto" von "Nessun Pericolo Per Te" (1996) sowie "Generale" und "Siamo Soli" vom letzten Studiowerk "Stupido Hotel" (2001), das in Italien gleich fünffach mit Platin ausgezeichnet wurde. Wie stark Rossis in Töne und Worte gegossenen Gefühlsausbrüche das Publikum bewegen, spürt und hört man bei den Live-Versionen von "Una Canzone Per Te" (ursprünglich 1983 auf "Bollicine" veröffentlicht) und "Alba Chiara", 1979 auf Rossis zweitem Album "Non Siamo Mica Gli Americani" erschienen und lange Zeit Pflichtprogramm an italienischen Lagerfeuern.

So vielseitig und bewegend wie seine Musik gestaltete sich auch die Karriere des Vasco Rossi. Erste Erfolge feierte der am 4. Februar 1952 in Zocca bei Modena geborene Sänger in den 70ern als Moderator des Lokalsenders "Punta Radio". Nebenbei schrieb er, beeinflusst von angloamerikanischer Rockmusik und italienischen Cantautori, eigene Songs. Sein erstes Album "Ma Cosa Vuoi Che Sia Una Canzone" veröffentlichte er 1978 noch unter dem Namen seiner Gruppe, Steve Rodgers Band. Auch die drei nachfolgenden Alben entwickelten sich erst nach seinem Durchbruch zu Verkaufsschlagern.

Zum Synonym für italienischen Rock'n'Roll avancierte er mit seinem sechsten Album "Bollicine" (1983), das in kompromisslosen Rockhymnen ein Leben auf der Überholspur propagierte. Frauen, Ferraris, Alkohol und Drogen im Überfluss: Vasco Rossi wusste, wovon er sang. Erst Ende der 80er zog er die längst überfällige Notbremse. Im gleichen Maße, wie sein Leben nun ruhiger wurde, klang auch seine Musik melodiöser und die Texte gerieten nachdenklicher und verletzlicher. Insbesondere in den Balladen wurden Einsamkeit und Melancholie zu zentralen Leitmotiven.

An seinen Live-Auftritten änderte sich indes nichts. Auf der Bühne kennt Vasco Rossi, der mittlerweile sogar Gedichte veröffentlicht, bis heute keine Zurückhaltung. Hier explodiert er förmlich und gibt einfach alles. Legendäre Konzerte wie das 1990 vor 70.000 Zuschauern im ausverkauften Mailänder San-Siro-Stadion oder das 1998 auf der Rennstrecke in Imola vor 130.000 Fans - dokumentiert auf den Live-Alben "Fronte Del Palco" (1990), "10-7-90 San Siro" (1991) und "Rewind" (1999) - festigten seinen Ruf als absoluten Superstar, der seine Landsleute immer wieder in einen wahren Glückstaumel versetzt. Wer ein derart musikalisch wie emotional abwechslungsreiches "Best Of"-Album veröffentlicht wird auch international alle Anhänger italienischer Musik begeistern.

Das Albumcover sowie Fotos zum downloaden finden Sie unter www.emi-promotionservices.de

DEZEMBER 2002