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03.08.2004
Biografie: Always Around
JACK RADICS
"Always Around"
"Always Around" ist ein Albumtitel, der vorzüglich jenes Gefühl vermittelt, das der Genuss der neuen Songs von Jack Radics auslöst. War jene vertrauenerweckend sonore Stimme nicht schon immer unter uns? Verspürt man angehörs dieser Lieder nicht unweigerlich jenen wohligen Schauer, der einen überkommt, wenn man verloren Geglaubtes oder Liebgewonnenes plötzlich wiederentdeckt? Tatsache ist, dass Jack Radics vor zwei Jahren mit seinem Album "Love & Laughter" sowie den beiden Hitsingles "No Matter" und "That's Life" sein künstlerisches Terrain neu abgesteckt hatte und mit seinem Rhythm'n'Pop, so die Eigendefinition seiner lockeren Mixtur aus Pop, Soul und Reggae, ein ganz neues Publikum erobern konnte. Der jamaikanische Sänger war bis dahin in Deutschland allenfalls Reggaekennern ein Begriff, hatte jedoch für "Love & Laughter" alle stilistischen Begrenzungen mit einem künstlerischen Handstreich abgelegt. In seinen Songs pulsiert nur noch dezent das Blut des Reggae, vorherrschend ist hier eine deutlich universellere Popsprache. Das ist auch bei "Always Around" nicht anders, gleichwohl die neuen Songs noch selbstverständlicher daherkommen, noch beseelter sind. Jack Radics hat sich einer neuen Souveränität bemächtigt, als spüre er, dass die Dualität zwischen seiner angenehm dunklen Stimme und den optimistisch hellen Melodien prächtig gedeiht.
Im Verlauf von über zwanzig Jahren führte die Karriere Jack Radics' von Jamaika nach New York, von dort aus nach London und schließlich nach Köln. Die Liste der prominenten Musiker, mit denen er in dieser Zeit zusammenarbeitete, reicht von Freddie McGregor bis Ali Campbell von UB 40, von Sly & Robbie bis zu den Fishermen, von Big Youth bis Super Cat, von Bounty Killer bis Mr. President. Auf Jamaika gehört Jack Radics zur Speerspitze jener Künstler, die alle Spielarten des Genres beherrschen und in ihrem Metier so ziemlich alles erreicht haben, was es zu erreichen gibt. Sein erstes Soloalbum veröffentlichte Radics 1991, mittlerweile sind es ein halbes Dutzend auf diversen Labels, darunter auch das von dem Black Music Magazine Echoes zum besten Reggaealbum des Jahres gewählte "Open Rebuke" aus dem Jahr 1994. Ein Jahr zuvor landete Radics gemeinsam mit Chaka Demus & Pliers seinen ersten No.1 Hit: "Twist & Shout" erreichte sogar Platin und einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde. Vor vier Jahren lernte Jack Radics auf Jamaika den deutschen Autoren und Produzenten Rüdiger Nieschmidt kennen. Aus gemeinsamen musikalischen Interessen wurden schnell gemeinsame Visionen, die sie für "Love & Laughter" und über weite Strecken auch für "Always Around" glänzend in die Tat umsetzten. So war "No Matter" nicht nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein Top-Hit, selbst in Südafrika führte das sonnige Lied wochenlang die Airplay-Charts an. Und auch live erwies sich Jack Radics immer wieder als unwiderstehlicher Entertainer.
Im höchsten Maße unterhaltsam sind denn auch die 14 Songs auf "Always Around". Allen voran die jüngsten Aufnahmen "I Need Sunshine" und "I Can't Wait", die Radics gemeinsam mit den Produzenten von Sascha, Grant Michael B. und Pomez di Lorenzo, schrieb. Eine neue und vielversprechende Liaison, die sich da aufgetan hat, und die die Vorhut zu einem putzmunteren Streifzug durch den klassischen Katalog der Soul-, Pop- und Reggaegeschichte bildet. Man hört in kleinen Elementarteilchen Motown-Soul, Philly-Sound und die solide Klasse von alten Stax-Aufnahmen, scheint dem frohlockenden Beat der Fine Young Cannibals wiederzubegegnen und fühlt sich zuweilen an die wohltemperierten Einspielungen des jamaikanischen Trojan Labels erinnert. Das alles wird hier schwungvoll auf den Punkt produziert: Hochmoderner Lover's Rock auf der Klaviatur des Soul. Von galantem Werben ("Make You Mine") und innigen Liebesbeichten ("Confession") über inbrünstige Beharrlichkeit ("I'll Do It Again") und pragmatische Einsichten ("Kisses Don't Lie") bis zu sentimentalen Gefühlen ("Remember"), Amor ist Trumpf. Woraus Jack Radics die unglaubliche Kraft schöpft, wird bei dem gospelgleichen "Inner Side" und dem tief berührenden "River Of Tears" offenbar - das sind betörende Seelenkitzel von universeller Gültigkeit. Beeindruckend immer wieder, wie Jack Radics die Vokale dehnt und knetet, sich in jede Textzeile kniet, kleine Riddims einflicht und so den Songs Leben einhaucht. "Always Around" ist ein musikalisches Déjà-vu-Erlebnis, wie man es nicht alle Tage geboten bekommt. Ein Album, mit dem sich der Sommer spielend leicht um einige Wochen, wenn nicht Monate verlängern lässt.
Das Albumcover sowie Fotos zum downloaden finden Sie unter www.emi-promotionservices.de
VÖ 03.09.2001 // AUGUST 2001

