08.09.2006

Biografie: Sha

SHA

"Sag Deiner Mama, Du kommst morgen nach Haus,
weil Du heute bei mir pennst, ja, ich gib' Dir ein' aus.
Hey, ich hab's zwar nicht nötig, aber vögel mit Dir,
so 'ne Chance gibt's nicht zweimal und schon gar nicht bei mir" (aus "JaJa")

Sie ist jung, frech und das heißeste was München in diesem Sommer zu bieten hat...(Bildzeitung 23.08.06)

Sommer 2006. Stimmungshoch in Deutschland. Da kommt eine junge und willentlich gute und geile Grooves verbreitende Pophoffnung wie Sha gerade richtig. Seit Uschi Obermeier hat wohl kaum ein weibliches Wesen aus Schwabing mehr so viel Erotik versprüht und unters Volk verbreitet. Doch Sha ist definitiv mehr HipHop als Hippie, mehr Frechheit siegt als Friede, Freude, Eierplätzchen. Die Sängerin mit dem cool feurigen Blick ist ein Wildfang mit italienischer Leidenschaftlichkeit in ihren Adern. Sha ist selbstbewusst, sexy und smart. Ein Temperamentsbündel, das weiß, wo's lang geht.

Sha wurde am 07.05.1983 in Stuttgart geboren wo sie in einer musikalischen Familie aufwuchs und bereits mit acht Jahren das erste mal im Rampenlicht stand. Nach der Schule zog es die talentierte Sängerin nach München.

Nicht nur wegen ihrer sizilianischen Abstammung behandelt sie musikalische Dogmen wie die Verkehrsregeln südlich Neapels, sondern auch weil sie mit den Shootingstar-Produzenten Benjamin Olszewski, David Sobol und Ole Wierk ihr "Dream-Team" gefunden hat. In dieser Kreativkommune werden Sha wie selbstverständlich alle Freiheiten eingeräumt. "Die muss man einfach machen lassen", lautet das einhellige Credo. Gleich mit ihrer Debütsingle "JaJa" offenbart sich ihre herrlich temperierte Mixtur aus Glamour und Natürlichkeit. Ein Husarenstreich.

Sha trägt ihr Herz auf der Zunge, dass heißt, sie sagt immer was sie denkt und singt deshalb auf deutsch. Zitat: "Jeder soll verstehen was ich zu sagen habe" David B. aus GB dazu: "She´s hot, a shame that I can´t understand her"

Schon mit dem ersten Basslauf von "JaJa" - sieben altbekannte Töne auf einen Streich - dürfte das kollektive Popgedächtnis hellhörig werden. Ja klar, das ist selbstverständlich der rotzfreche Rip-off eines Popklassikers allererster Güte. Die rasante Beförderung jenes Megahits, der als "Under Pressure" (Bowie/Queen, 1981) und "Ice Ice Baby" (Vanilla Ice, 1990) gleich zweimal Chartgeschichte schrieb, mitten hinein in unsere Zeit nimmt sich geradezu sensationell aus. Sha verfügt über eine ungemein präsente Stimme, die stöhnt, schnurrt und verschärft schneidig klingt und auf charmante Art und Weise - auch mit dem Kniff eines Vocoders - variiert. Kongenial wartet ihr Debüt mit geflegelten Worten auf, die nur ein Verdikt zulassen: Sha traut sich was zu. Sie verkörpert einen neuen Frauentypus, der zunächst verspielt und kindisch wirken mag, sich jedoch immer seiner Wirkung bewusst ist.

Aufgenommen ohne langes Wenn und Aber innerhalb weniger Tage (oder waren es gar nur Stunden?), ganz vertrauend auf den magischen Moment, besitzt Sha den erfrischenden Mut, ja, den Übermut der Jugend. Hier ist alles Sturm und Drang. Was zählt, ist nicht die perfekte, glatt gestriegelte Produktion, sondern der packende First Take, der durchaus Augenblicke der Unvollkommenheit zulässt. Vielleicht definiert genau das ihren ganz eigenen Style. In gewisser Weise spiegelt sich das auch in dem Videoclip wider: Die schlichten und eindringlichen Schwarzweißbilder bilden das optimale Pendant zu den minimalen Black Beats von "JaJa": Die unterschiedlichen Protagonisten, deren Konterfeis von der Kamera darin in unverstellter Großaufnahme gezeigt werden, sind mitten aus der deutschen Wirklichkeit gegriffen und verstärken das Gefühl des Realismus. Ganz gleich, ob in ihrer natürlichen Schönheit oder mit glamourösem Make-up, Sha grenzt sich in ihrem äußeren Image klar und deutlich ab von den überkandidelten Bilderfluten der nationalen und internationalen Konkurrenz. Statt auf scharfe Kurven und schnelle Schlitten vertraut die Powerfrau aus München ganz auf die Macht von prickelnden Worten und zünftigen Beats. Sha verbreitet wie von selbst mit "JaJa" erfrischenden Sex-Appeal und pure Schampuslaune. Die Kelis der deutschen Sprache - eine wahre Entdeckung, ein rising star weit über die heißen Sommernächte des Jahres 2006 hinaus.
September 2006